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„Wegbegleiter“ in der Karl-Borromäus-Kirche am Wiener Zentralfriedhof 22. Mai 2015
Karl Borromaeus Kirche
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Wien, 22. Mai 2015 – Mit dem Zentralfriedhof in Wien Simmering assoziiert man nicht nur einen Ort der Erinnerung und Besinnung „vor den Toren der Stadt“, vielmehr hat sich die Ruhestätte mit zahlreichen Ehrengrabmälern und einzigartigen Bauwerken zu einer wesentlichen Sehenswürdigkeit entwickelt. Nun sollten auch Liebhaber von abstrakter Kunst einen Ausflug planen, denn in der eindrucksvollen Begräbniskirche am Zentralfriedhof stellen Eleonor Friedrich, Andrew Stewart und Ernst Friedrich unter Patronanz der „Friedhöfe Wien“ noch bis 31. Juli 2015 aus. Die Inszenierung „Wegbegleiter“ des Künstlertrios bringt den Nachhall großer Geister mit spektakulärer Ästhetik ins Ambiente klerikaler Jungendstilarchitektur.

PDFEinladung zur Ausstellung "Wegbegleiter"

PDF"Wegbegleiter" - eine kunstpsychologische Betrachtung

„Der Friedhof wird in den sakralen Raum hineinversetzt.“ Aus dieser Absicht ist die Ausstellung entstanden, die das österreichische, in Wien lebende Künstlerpaar Eleonor Friedrich und Ernst Friedrich mit seinem britischen Kollegen und Freund Andrew Stewart in der Karl-Borromäus-Kirche am Wiener Zentralfriedhof konzipiert und ausgestattet hat. Seit zwei Jahrzehnten findet diese renommierte Arbeitsgemeinschaft immer wieder zu größeren Projekten im weiten Feld der abstrakten Kunst zusammen, jeder mit seiner ganz persönlichen Handschrift. In der Synthese ergibt sich stets Neues, die Dinge bleiben im Fluss.

Die Kirche im Zentrum der größten Begräbnisstätte der Stadt Wien, 1908 - 1910 von Ludwig Zatzka nach den Plänen Max Hegeles erbaut, 1911 geweiht, dient für die Dauer dieser Schau der Visualisierung der sie unmittelbar umgebenden Außenwelt. Eleonor Friedrich hat zu Beginn „vor allem die Ästhetik des monumentalen Zentralbaus mit seiner dominierenden Kuppel“ interessiert. Ernst Friedrich hat bereits in einem ähnlichen mystischen Raum ausgestellt, in der Felsenkirche von Helsinki: „Das erfordert eine ganz eigene Ästhetik.“

Ungewohnt war es für alle drei Künstler sich diesmal konsequent der Kunstform Skulptur zu widmen. „Es war eine Herausforderung, in den Dialog mit diesem perfekten Innenraum zu treten. Daraus ist ganz natürlich eine Installation gewachsen“, sagen sie. Wie Grabsteine sehen viele der Objekte aus, sie haben aber an den sichtbaren Oberflächen komplexe Strukturen. Das Grün, das Weiß, das Rot und das Violett könnte man durchaus liturgisch deuten, die Farben reflektieren aber auch jene des Innenraums, zum Beispiel das Blau der Kuppel. Die Linien auf den Stelen wirken wie eine geheime Schrift, oben sind Spiegelflächen angebracht, die das Blau des künstlichen Himmels reflektieren, in den Glasflächen sind Namen eingeritzt, von Persönlichkeiten, die Wertvolles geleistet haben. Hoch über diesen Objekten hängen große, zirka vier Meter lange, aufwändig bemalte Stoffbahnen, die wie kostbare antike oder mittelalterliche Grabtücher wirken – das harmoniert perfekt mit der Jugendstil-Architektur.

Dr. Markus Pinter, Geschäftsführer der „Friedhöfe Wien“, war von der Idee der Ausstellung schnell zu begeistern: „Auf unseren Friedhöfen befinden sich zahlreiche Bau- und Kulturdenkmäler. Wir haben die Aufgabe, das kulturelle Erbe zu erhalten und zu bewahren. Die Karl-Borromäus-Kirche ist ein Jugendstiljuwel und prädestiniert für das Projekt – eine Symbiose zwischen Kunst und Kultur.“


Ausstellung Wegbegleiter

3. Juni - 31. Juli 2015, täglich von 9 - 16 Uhr, Eröffnung: 2. Juni 2015, 18:00 Uhr
Karl-Borromäus-Kirche, Wiener Zentralfriedhof, Tor 2,
Simmeringer Hauptstraße 234, 1110 Wien
Die Kunstwerke können nach der Ausstellung angekauft werden, eine Preisliste liegt vor Ort auf.


Eleonor Friedrich, gebürtig 1946 in Kärnten, wuchs in einer Wiener Künstlerfamilie auf. Ihr Großvater war der arrivierte Maler Albert Franz Theodor Maader (1884 - 1937). Seit 1979 ist Eleonor mit Ernst Friedrich verheiratet, zusammen lebten und arbeiteten sie lange Jahre in Paris und Helsinki. 1999 wurde Eleonor Friedrich der Titel Professorin verliehen, auch erhielt sie den Theodor Körner Preis und das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst. Ausstellungen u.a. in Wien, Österreichische Galerie Belvedere, Österreichische Nationalbibliothek, Österreichisches Parlament, Österreichische Botschaften in Washington und Tokio; Brüssel, Caracas, Havanna, Helsinki, London, Venedig uvm. Bilder von Eleonor Friedrich befinden sich u.a. in der Österreichischen Galerie Belvedere, Graphische Sammlung Albertina, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur, Georgetown Gallery of Art Washington sowie in privaten Sammlungen im In- und Ausland. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Wien. http://www.eleonorfriedrich.at/

Ernst Friedrich (geb. 1951), das Naturgenie aus Hall (© Mag. Nobert Mayer, Die Presse), stammt aus Tirol und fand kreative Entfaltung in Wien, wo er von 1973 bis 1978 an der Akademie der Bildenden Künste bei Max Weiler studierte. Seine Studienkollegen waren u.a. Siegfried Anzinger und Franz West. Nach zwei Stipendienjahren in Helsinki ging er mit seiner Frau Eleonor Friedrich in die europäische Kunsthauptstadt Paris. Dort nahm ihn der renommierte Galerist und Sammler Rodolphe Stadler unter seine Fittiche, dort stellte er mehrmals von 1979 bis 1985 aus. Weitere Ausstellungen (Auswahl): Künstlerhaus Wien, Modernes Museum Wien, Österreichische Galerie Belvedere Wien, Palais Lichtenstein sowie u.a. in Bayreuth, Helsinki, London, Moskau, Rom, Seoul, Tokio, Venedig, Washington, Zagreb. Ernst Friedrich erhielt 1980 und 1985 den Theodor-Körner-Preis, 1986 den Förderpreis der Stadt Wien, sowie zahlreiche Stipendien. Das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird ihm 1996 verliehen, 2002 der Professorentitel sowie das Goldene Verdienstkreuz des Landes Tirol. Er ist Ritter des Finnischen Ordens Weisser Löwe und Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres (Frankreich). Der Künstler lebt und arbeitet vornehmlich in Wien. http://www.ernstfriedrich.at/

In den zahlreichen Gemeinschaftsarbeiten von Eleonor und Ernst Friedrich verschränken sich expressive Farbkompositionen mit feingliedrigen, kapillaren Tuscheverästelungen, scheinbaren Schriftzügen und emblematischen Zeichen mit zufällig Gefundenem. Das Künstler-Ehepaar arbeitet sowohl an gemeinsamen Werken als auch jeder für sich: Eleonor Friedrichs Element ist die Farbe: in verschiedenen Techniken werden Mal- und Farbschichten auf Leinwandbahnen oder handgeschöpftem Reispapier aufgetragen; Schichtung um Schichtung entfaltet sich ein optischer Parcours zarter oder kräftiger Strukturen. Ernst Friedrich hingegen bedient sich vorwiegend der grafischen Ausdrucksform. Die spielerische Auseinandersetzung mit Schrift und Zeichen bildet dabei eine immer wiederkehrende Konstante. Vielfach fungieren als Bildgrund Collagen von Schriftstücken, Geldscheinen und vor allem musikalischen Notenblättern oder Frontispizen, die er übermalt oder überzeichnet und dadurch eine weitere Perspektive situiert: das Spannungsfeld von Gegenständlichkeit und Abstraktion. Ein Beispiel ihrer gemeinsamen Arbeit im öffentlichen Raum findet sich seit 2003 in der Ostpassage der U-Bahn am Wiener Karlsplatz: Das 16 Meter lange Wandbild mit dem Titel „Unisono di colori“ besteht aus einem rhythmischen Wechselspiel verschieden gestalteter hochrechteckiger Felder, die sich sowohl im Material als auch in der Gestaltung der Oberfläche sowie in der Farbigkeit voneinander absetzen.

Andrew Stewart (geb. 1963) ist ein englischer Maler, der nach dem Wirtschaftsstudium in Oxford zur Kunst fand und sein Handwerkszeug am Gloucester College of Art and Design (BA Hons) von 1982 bis 1985 lernte. Zeitgenossen und Freunde sind Sir Terry Frost, Damien Hirst und John Hoyland. Zahlreiche Einzelausstellungen in der Sarah Myerscough Gallery in London und Ausstellungsbeteiligungen in Brüssel, Hongkong, New York, Salzburg, Wien. Mit Eleonor und Ernst Friedrich verbindet ihn eine langjährige Freundschaft und kongeniale künstlerische Arbeit, die sich synergetisch ergänzt.



Die Friedhöfe Wien

Die Friedhöfe Wien betreuen 46 Friedhöfe in Wien. Neben der Funktion als Begräbnisstätte bewahren und erhalten die Friedhöfe Wien auch das kulturelle Erbe, mit unzähligen Bau- und Kulturdenkmälern. Mehr als 1.600 ehrenhalber von der Stadt Wien gewidmete Grabstellen werden von den Friedhöfen Wien betreut. Der Wiener Zentralfriedhof ist der zweitgrößte Friedhof Europas. Auf dessen Gelände befindet sich mit der Friedhofskirche zum Heiligen Karl Borromäus einer der bedeutendsten Kirchenbauten des Jugendstils.

Wiener Zentralfriedhof und Friedhofskirche Zum Heiligen Karl Borromäus

Der Wiener Zentralfriedhof wurde um 1870 von den Gartenarchitekten Karl Jonas Mylius und Alfred Friedrich Bluntschli als Begräbnisstätte für alle Konfessionen geplant und am 30. Oktober 1874 eröffnet. Auf dessen Gelände befindet sich die Friedhofskirche Zum Heiligen Karl Borromäus, neben Otto Wagners Kirche am Steinhof einer der bedeutendsten Kirchenbauten des Jugendstils. Nach einer Bauzeit von rund drei Jahren wurde die Kirche 1911 eingeweiht. Von 1995 bis 2000 wurde sie komplett saniert. Der eindrucksvolle 58,5 Meter hohe Zentralkuppelbau erstreckt sich mit den drei Freitreppen über eine Fläche von 2.231 Quadratmetern. Drei mächtige Säulenportale mit elf Meter breiten, 22-stufigen Freitreppen führen in das Innere der Oberkirche. Der Bau wird von insgesamt vier Ecktürmen flankiert. Die Innenausstattung wurde von namhaften Künstlern des Jugendstils geschaffen. Die Vorhalle zieren zwei Reliefs von Georg Leisek und Hans Rathausky. Die eindrucksvollen, farbintensiven Fenster und Mosaike stammen von Leopold Forstner. Die wertvollen Kunstwerke am Hochaltar aus Marmor haben Anton Kaan, Franz Klug, Karl Philipp und Adolf Pohl erstellt. Die Darstellung des jüngsten Gerichts über dem Hochaltar wurde von Hans Zatzka gestaltet.

Pressekontakt Eleonor Friedrich, Andrew Stewart und Ernst Friedrich

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